DJI Phantom 4 Test

Nun endlich konnte ich auch den DJI Phantom 4 ausgiebig testen und eines steht fest. Mit komplett neuer Optik, neuen Materialien, neuer Redundanz und Obstacle Avoidance ist der DJI Phantom 4 nicht nur der sicherste Phantom ever, nein, auch der „bestaussehenste“. Doch ist er auch viel besser als die 3er Serie? Ja, schon, aber… fangen wir mal vorne an.

DJI Phantom 4 im Test bei Rotorjunkies

DJI Phantom 4 Testbericht

Unboxing & Erster Eindruck

Mit Vorstellung des DJI Phantom 4 im März (wir waren bei DJI in Frankfurt – Details weiter unten) diesen Jahres war klar, das Modell müssen wir schnellstens in die Finger bekommen. Nach ein paar Gesprächen mit DJI konnte ich nun ein Testgerät für 10 Tage leihen und testen. Doch schon am ersten Tag habe ich mir das Modell direkt im DJI STORE bestellt. 10 Tage reichten erstens nicht für meinen Test und die Vergleiche mit anderen Modellen und zweitens, hat mich das Modell direkt überzeugt! Der ideale „immer dabei“ Quadrocopter. Dazu aber gleich mehr. Der Lieferumfang des P4 ist wirklich gut. Erstmals kommt der Phantom nun in einem eigenen, kleinen Koffer. Dieser besteht zwar aus doch sehr stabilem Styropor, bietet aber Platz für 3 Akkus, hat einen Griff und einen Verschluss, damit Euch nichts raus fällt. Eigentlich sehr gut gelöst und brauchbar für Transporte im Auto und Co. Natürlich würde ich das Case niemals ins Flugzeug schmeissen. Aber für die Fahrt zur Location? Why not.

large_p6Lieferumfang:

  • Der komplett montierte Quadrocopter samt Gimbal
  • Fernsteuerung mit Smart Device Halterung
  • Transport-Koffer inkl. Haltegriff und Drehverschluss
  • 2 Sätze Quick Release-Propeller („Push and Release“)
  • Fleece-Taschen (schwarz) für Propeller
  • Akku-Ladegerät und Ladegerät-Netzteil ( auch in weiß)
  • OTG-Kabel
  • USB-auf-microUSB-Kabel

 

DJI Phantom4 unboxing und Test

Dann steht er nun da, der Phantom 4 – mit seiner ganz neuen Optik und deutlich anderen Formen. Erstmalig in der Geschichte des Phantom hat sich äußerlich nun richtig was verändert. Seit dem Launch des Phantom 1 ist das Gehäuse bis auf ein paar Details 1:1 übernommen worden.  Weiß. Matt. Mit Stickern oder zum Schluss mit Metall Badge. Das Gimbal hing schwingungsgedämpft unter dem Gehäuse. All dies hat sich mit dem P4 geändert. Zugegeben, die ersten Bilder haben mich noch zweifeln lassen – aber ist es nicht immer so mit dem „Altbewährten“? Doch. Denn Live – in Farbe und bunt – sieht der Nachfolger einfach SUPER aus. Das hochglänzende Gehäuse ist sehr wertig gefertigt, die Haptik des Copters DJI-gewohnt hochwertig und die Spaltmaße passen perfekt. Doch die Unterseite und das komplett überarbeitete Gimbal haben es in sich. Die Technik des Gimbal ist nun INS Gehäuse gewandert. Umschlossen von hochwertigem Magnesium. Die SD Karte und der Micro USB Slot sind im Gehäuse integriert – endlich kein nerviges Gewackle mehr beim SD Card wechseln. Das Magnesium verpasst dem Design für mich den letzten Schliff. Einfach edel wirkt der gesamte Copter! Wenn gleich auch nackter. Aber da ich minimalistisches Design liebe, passt der Phantom genau in mein Beuteschema. Mag er von vorne nun ein wenig „dicker“ wirken dann schaut einfach mal von oben drauf. Das X ist deutlich schmaler und stromlinienförmiger geworden. Mein Erster Eindruck mit nur einem Satz? Der Phantom 4 zeigt weniger Technik und mehr Design, das Projekt „Phantom“ ist erwachsen geworden.

Phantom 4 SD Card Slot und neues Design
Neues Design am DJI Phantom 4 ist grossartig

Neue Technik

Nun geht es ans Eingemachte. Die Sensorik und der neue Akku. Aber vorab noch ein Wort zum Gimbal. Wie vorhin bereits angesprochen, ist die komplette Schwingungsdämpfung ins Innere gewandert. Im Grunde ist die gesamte 3. Achse oberhalb schwingend gelagert IM Gehäuse. Sehr gut gelöst. Auch die Stabilisierung der Kamera ist komplett überarbeitet. Wurde beim P2 & P3 die Kamera nur mit einem Arm gehalten, hat das Gehäuse nun 2 Aufnahmepunkte in Form eines „U“. Dies sorgt für zusätzliche Stabilität und Genauigkeit und für entlastete Brushless Motoren, da kein Ungleichgewicht aufkommen kann. Die Kamera filmt analog zum P3P in 4K mit 30fps und kann nun zusätzlich 120 Frames pro Sekunde im FullHD Modus liefern. Das Ergebnis sind butterweiche und flüssige Aufnahmen mit genug Material für tolle SloMos.

Der neue Akku ist wieder ein 4S – aber diesmal mit mehr mAh (5350 mAh) und komplett neuem Design und neuem Strom Anschluss. Das 100 Watt Ladegerät ist nun auch in weiß Hochglanz gehalten. Das neue Design des Akku lässt sich wesentlich angenehmer bedienen. Das rein- und raus des Akkus ist leichter. War beim P3 teilweise sehr eng und fest. Spannend fand ich die Tatsache, dass auf das Thema Redundanz eingegangen wird. Der P4 verfügt nun über 2 IMUs und 2 Kompass Logs. Das verbessert die Lageerkennung und die Genauigkeit noch einmal enorm, da auf doppelte Datensätze logarithmisch zurückgegriffen werden kann. Fehlinterpretationen sollen so minimiert werden. Und das merkt man auch deutlich im Flug. Der Phantom 4 steht wirklich extrem angenagelt an einer Stelle – das kannte ich bis dato nur vom Inspire 1.  Achso, die Propeller sind auch komplett überarbeitet und bieten nun ein neues Lock System. Einfach aufdrücken und drehen. Fest. Sieht gut aus und funktioniert bestens.

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Die neuen Quick Release Props sehen auch gut aus.

Vision Positioning, Tap Fly & Active Track

Das bekannte Vision Positioning System aus dem Inspire 1 und dem DJI Phantom 3 wurde komplett überarbeitet. So sorgen ab nun insgesamt 5 Kamera und 2 Ultraschall Sensoren für die Lageerkennung und das neue Tracking System. Das Resultat? Vision Positioning geht nun bis ca. 10 Meter Höhe (vorher 2,80m) und bietet durch die zusätzlichen Kameras noch mehr Genauigkeit – gerade bei glatten Böden ohne viel Kontrast. Da gab es mit dem P3 des öfteren Probleme.Doch das wohl größte Highlight des DJI Phantom 4 ist die Hindernis Erkennung nach vorne! Ja, richtig. Der Phantom erkennt Dinge, die in seiner Flugbahn stören und kann sie umfliegen oder davor anhalten, bevor es zur Kollision kommt. Die beiden Frontkameras im Landegestell tracken den kompletten Vorderen Bereich und erkennen Hindernisse in bis zu 15 Metern Entfernung. Bis auf maximal 0,75 Meter nähert sich der Phantom 4 den Objekten, danach bleibt er einfach vor dem Objekt stehen. Auch ein Vollgas Stick kann ihn dabei nicht hindern. Das Feature funktioniert wirklich sehr gut. (Dazu später im Erstflug mehr) Dadurch bedingt gibt es nun TAPFly. Per DJI GO App wird ein Objekt ausgewählt – als Beispiel ein weiter entferntes Haus. Dieses fliegt der P4 nun völlig autonom an und erkennte dabei Hindernisse. Durch das permanente Tracking kann der Phantom nun eine alternative Route zum Zielpunkt finden, indem er um ein Hindernis drumherum fliegt. Über die App können Höhe und Geschwindigkeit einfach verändert werden.
SONAR des Phantom 4

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Ein weiteres Highlight ist die neue Active Track Funktion. Dabei wählen wir wieder per GO App ein Ziel aus. In unserem Beispiel eine Person. Die Sensorik des Phantom erkennt hierbei die Person und mit einem Klick auf GO wird diese getrackt und verfolgt. Völlig autonom. Per Fernsteuerung lassen sich dann ORBIT oder Abstände realisieren um ein schöneres und interessanteres Video zu erlangen. Klingt super! Doch es gibt Unterschiede der trackbaren Gegenstände. Autos z.B. werden per Viereck in der App markiert.  Dazu nehmt Ihr einfach Euren Finger und zieht einen „Kasten“ um das zu treckende Objekt. Die Sensoren analysieren den gemarkerten Gegenstand und verfolgen diesen. Personen hingegen werden automatisch erkannt und per kleinem Symbol angezeigt. Dabei greift ein Algorithmus, der jegliche menschlichen Bewegungen erkennt. So verliert der Phantom 4 nicht den Kontakt zur Person. Auch wenn diese auf einmal anfängt zu rennen. Und das funktioniert wirklich gut. Selbst wenn die Person mal hinter einem Baum verschwindet, sucht der Phantom nach eben Dieser und wird schnell wieder entdeckt und weiter verfolgt. Allerdings sollte die Umgebung schon genug Licht aufbringen. In der Dämmerung hatte ich bislang jedes Mal Probleme. Ein weiteres Problem bei Active Track ist die Differenzierung des getrackten Gegenstands oder der Person zur Umgebung. Achtet einfach auf ausreichend Kontrast, dann funktioniert es am Besten. Einen in voller Montur gekleideten Jäger im Wald zu tracken wird ziemlich schwierig. Dagegen ist ein rotes Auto auf der grünen Wiese das perfekte Objekt. Kontrast ist hierbei alles, da die Sensorik eben aus Kameras besteht. Wenig Kontrast mit schlechtem Licht ist dann eigentlich nahezu unbrauchbar. So zumindest bei meinen bisherigen Versuchen.
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Hier ist ein simuliertes Bild der Active Track Funktion dargestellt. Die Person wird erkannt und mit einem grünen Kasten in der DJI GO App markiert. Daneben das kleine Symbol. Der Algorithmus für die Personenerkennung hat erfolgreich den Jogger erkannt. Nun fliegt der P4 dem Jogger nach. Wenn Ihr nun den rechten Stick zum „rollen“ des P4 nutzt, kreist dieser automatisch um die Person drumherum. Dies ergibt weitere, neue Perspektiven, die wirklich kinderleicht zu bedienen sind und super aussehen. Natürlich ist die Kollisionserkennung bei Active Track aktiviert. Im Vorwärtsflug erkennt der P4 nun Hindernisse automatisch und stoppt rechtzeitig.
Mit dem aktuellen Update passt der Copter endlich auch selbstständig die Höhe an. Dies hat er beim Launch noch nicht getan und wäre z.B. an einem Hang hängengeblieben. Nun gleich das System automatisch den Abstand zum Boden aus.

Obstacle Avoidance – Sense and Avoid

Das vorhin angesprochene Obstacle Avoidance System möchte ich gerne noch einmal kurz ausführlicher erklären. Die zwei nach vorn gerichteten Kameras im Landegestell sorgen für ein enormes PLUS an Sicherheit. Einmal aktiviert seht Ihr das Icon in der DJI GO App links oben neben dem SAFE TO FLY Balken. Nun scannt der Phantom in allen Flugmodi (ausser SportMode und Atti), bei TapFly, Active Track und bei der intelligenten Return to Home Funktion Hindernisse und kann diese selbstständig umfliegen. Findet der Phantom 4 keinen „Ausweg“ stoppt er rechtzeitig und vollautomatisch vor dem Hindernis und verhindert die Kollision. Das nach unten gerichtete, optische Positionierungsmodul verfügt über 2 Kameras und 2 UIltraschallsensoren für eine 5-fach höhere Genauigkeit als beim Phantom 3 Professional. Somit sind stabile Flüge in Innenräumen und ohne GPS möglich. Die App zeigt Euch per Balken und Meterangabe den Abstand zum Hindernis an. Umso näher Ihr in diese Richtung fliegt, umso langsamer wird der Phantom und bleibt dann kurz vor dem Objekt stehen. Auch Vollgas Nick in Richtung des Baumes bringt den P4 nicht aus der Ruhe. Jetzt kommen wir aber noch zu einem ABER. Bei knöchrigen Bäumen, Ästen oder auch Hochspannungsleitungen hat das System noch so einige Probleme. Ich hätte ohne Probleme in mehrere Bäume fliegen können, das System hat nicht gewarnt. Auch mit Gegenlicht hat es noch starke Probleme. Bei einem Flug in Richtung Sonnenuntergang sprang plötzlich die Warnung an – auf freiem Feld. Der Copter flog nur noch Rückwärts. Kann mir das also nur mit der tierstehenden Sonne erklären.

Hier wird angezeigt, wie weit man noch vom Objekt entfernt ist.
Hier wird angezeigt, wie weit man noch vom Objekt entfernt ist.

Erstflug

Nach ein paar Regentagen war es dann soweit. Der Erstflug steht an. Ab in den Garten, Das iPhone 6 Plus im Anschlag und die DJI GO App startklar – Feuer frei. HALT STOP. Noch nicht, denn nun wird erst mal getanzt.  Tanzen? Erstflug? Copterdance – ?? – JAP!  Wer ihn nicht kennt, es wird auch Kompass Kalibrieren genannt und wird in der Anleitung auch ausgiebig erklärt. Die DJI GO App warnt Euch aber auch und will in der Regel die Kalibrierung durchführen. Auch hier werdet Ihr angeleitet. Den Kompass müsst Ihr IMMER vor dem Erstflug mit einem neuen Copter durchführen. Und nur um mal mit ein paar Gerüchten aufzuräumen. Nein, ich kalibriere den Kompass nicht vor jedem Flug und das solltet IHR auch nicht tun. Es sei denn, Ihr fahrt mehrere 100km vom letzten Kalibrier-Punkt weg. Der Phantom sagt Euch zudem, wann Ihr welche Sensorik neu Kalibrieren solltet. Die GEFAHR besteht nämlich, dass ihr mal falsch kalibriert oder Euch im Umfeld des neuen Startplatzes einige Dinge die Kalibrierung zerhauen und dann gibt es Probleme im Flug. Also, kalibriert 1x sauber auf einem WIRKLICH freien Feld und nicht bei jedem Flug. Das macht keinen Sinn. Und warum? Weil sich der Verlauf des Erdmagnetfeldes erst ab mind. 100 km von Eurem aktuellen Flugfeld bemerkbar macht.

Phantom4 hebt ab - Erstflug im Test

Nu aber. Wir wollen fliegen. Die DJI GO App zeigt „Safe to fly“ und leuchtet grün. Ab geht es. Da ich lieber selber starte als es automatisch über die APP zu machen, führe ich also den COC (die Sticks der Funke zur Mitte nach unten) und starte den Phantom 4. Die Motoren laufen an und ich gebe Vollgas damit der Copter einen schnellen Satz in die Luft macht. Das macht er eh von ganz alleine und regelt dabei die Geschwindigkeit. Erst einmal schweben lassen und schauen, wie sich die doppelte IMU und die neue Elektronik so verhält. Wahnsinn – steht mega stabil in der Luft! Das kannte ich bislang nur vom Inspire Pro. Auf der Stelle mehrfach drehen bewegt den Phantom kein Stück nach rechts oder links. Null Drift! Perfekt. Und das bei Wind… Ein erster Vollgas Stoß in die Höhe zeigt die neue „Power“. Der Phantom 4 ist schnell und wendig, auch mit GPS. Er fühlt sich super exakt an, reagiert genau so, wie ich es an den Sticks erwarte. Aber im Grunde kenne ich das Verhalten vom DJI Phantom 3 Professional und erwartete auch mindestens diese Flugeigenschaften. Doch der P4 ist einfach agiler und noch präziser. Genug Leistungsreserven bieten die überarbeiteten Motoren und auch die Flugzeit wurde um ein paar Minuten verlängert. Dafür sorgt der komplett neu entwickelte Akku des Phantom 4. Statt bisher 4.480mAh beim P3 kommt der P4 Akku nun auf 5.350mah bei 4S. Die daraus resultierenden Flugzeiten liegen laut DJI bei 28 Minuten. In meinen nun 10 Flügen kam ich allerdings nie über 22 Minuten, was wohl meinem Flugstil und dem Sport Modus geschuldet ist. Denn auch der ist NEU.

Sportmodus beim P4

Und darauf gehe ich jetzt noch etwas genauer ein. Der bekannte Flugmodi Schalter links oben an der Fernsteuerung bietet nun ein S für Sport Mode. Der P4 zeigt nun seine volle Leistung und das bei eingeschaltetem GPS. Bis zu 72 km/h schafft der Quadrocopter nun und das macht richtig Laune! Ich fand den P3 schon verhältnismäßig schnell im Atti Mode, doch was der Phantom 4 hier leistet, ist schon richtig gut. Und dank aktiviertem Vision Positioning (nicht die Frontkameras) tastet der Copter nach wie vor den Boden ab und gleicht die Höhe aus. Entgegen anderer Tests muss ich aber sagen, dass wir natürlich nicht von einem FPV Racer sprechen. Das sind nochmals Welten und ganz andere Konzepte. Natürlich macht es Spaß, den Phantom übers Feld zu jagen, doch riskieren würde ich nichts – dafür ist der Preis mit 1.599 EUR einfach zu hoch. Ideal ist der Sport Mode bei der Verfolgung von schnelleren Objekten. So z.B. einsetzbar für tolle Shots für Autovorstellungen. Fahraufnahmen sind mit dem Mode kein Problem. Das habe ich bislang so am Inspire 1 geliebt. Mal Autos verfolgen, die auch etwas zackiger unterwegs sind – geht jetzt also auch mit dem Phantom. Und das für die Hälfte des Preis. Logisch musste ich den Sportmode auch im Erstflug ausprobieren und für Anfänger sei gesagt: Übt erst einmal mit allen Sicherheits-Features bevor Ihr in den S Mode schaltet. Trotz aller technischen Helferlein – fliegen muss man da schon können.

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Gimbal und Kamera

Nach dem erfolgreichen Erstflug folgt natürlich die Sichtung des Materials. Wir reden ja beim Phantom 4 nun von einer Kameradrohne und genau das schauen wir uns nun an. Größte Neuerung ist, wie bereits angesprochen, das Gimbal. Die gesamte Elektronik und die Dämpfung sind im Inneren verschwunden, was einfach nur gelungen ist. Die Kamera ist nun beidseitig am Gimbal aufgehangen und sorgt für noch weniger Vibration und Störung. Aber ist das sichtbar? Nein. Denn wie bereits der Phantom 3 gleicht auch die Kamera-Gimbal Einheit einfach nur butterweich aus. Auch bei zackigem Flugstil bringt das Gimbal nichts aus der Ruhe. An der Kamera wurde nur minimal gearbeitet. Nach wie vor arbeitet ein 1/2.3″ Sensor mit 12MP im Inneren und auch die feste Blende von 2.8 und dem 94Grad FOV (Sichtfeld) ist gleich geblieben. Fotos können im Rohdatenformat gespeichert werden und bieten so wesentlich mehr Luft für die Nachbearbeitung. Auch die Fotomodi sind unverändert zum P3. Neu im VIDEO Mode sind nun Slow Motion Shots bei Full HD (1080p). Hier können nun Szenen mit 120fps (Bildern pro Sekunde) aufgenommen werden. Das ergibt butterweiche SloMos. Ansonsten hat sich auch hier nichts verändert. 4K mit 24 bzw. 25 Bildern pro Sekunde im PAL Mode oder 30fps per NTSC sind möglich, das Material kann als MP4 oder MOV gespeichert werden und die Video Bitrate ist leider nach wie vor bei schwachen 60MBps geblieben. Dabei haben wir alle doch auf 100Mbps gehofft. Die allgemeine Foto- und Videoqualität ist einfach richtig gut. Und das war auch nicht anders zu erwarten. Die Kamera kenne ich bereits vom Vorgänger  und damit war ich sehr zufrieden. Die Qualität bei schlechten Lichtverhältnissen ist nicht verbessert. Etwas höhere ISO bedeutet leider schnell ein starkes Bildrauschen. Aber das ist am kleinen Sensor wohl kaum besser lösbar. Dafür gibt es dann die X5 am Inspire Pro.

Und was man so für Ergebnisse mit der Kamera erzielen kann, möchte ich natürlich auch mal schnell zeigen. Ich war vor 2 Wochen am Bilster Berg und durfte dort ein wenig Rennen fahren und fliegen. Ein paar Bilder sind in den Pausen entstanden. Ich zeige Euch mal ein paar Schnappschüsse. Unter den Bildern findet Ihr dann noch einen Download für ein DNG (unbearbeitetes Bild). Könnt Ihr selbst mal mit Lightroom und Co ausprobieren.

Download DNG Beispiel Bilder. (zip – 50MB)

Preise

Der DJI Phantom 4 kostet so wie hier vorgestellt 1.599 EUR und ist z.B. HIER direkt bestellbar. Als Zubehör möchte ich Euch noch 1-2 Dinge empfehlen. In jedem Falle solltet Ihr Euch einen 2. Akku bestellen. Wenn nicht sogar noch 1-2 mehr. Da bietet sich gerade die Aktion von DJI an.

DJI Phantom 4 mit 2. Akku im Bundle für 1.689 EUR / 79 EUR gespart

DJI Phantom 4 mit 3 Akkus im Bundle für 1.779 EUR / 158 EUR gespart

Fazit

Wie eingangs gesagt, habe ich mir den Phantom 4 gleich bestellt. Und das sagt doch schon viel aus. Ich bin mit dem Phantom wirklich mehr als zufrieden und er zählt für mich zu einem der besten Modelle am Markt. Nein, ich lehne mich aus dem Fenster. Es ist der beste Quadrocopter für unter 2.000 EUR, den Ihr aktuell kaufen könnt.  Natürlich ist es auch hier nicht die Eierlegende Wollmilchsau. Aber nahe dran. Die neuen, intelligenten Modi sind TOP, aber noch am Anfang. Da erwarte ich noch wesentlich bessere Stabilität des Trackings und Sensorik, die rundherum arbeitet. Aber da es sich hier um eine Weltpremiere handelt, macht es schon enorm Eindruck und zeigt, wie sicher und intelligent die Copter in den nächsten Jahren werden. Für wen ist der Phantom 4 geeignet ? Eigentlich an alle. Ob Anfänger oder Profi. Als Backup-Copter, für Aufträge in engen Umgebungen oder Innenräumen, oder einfach nur zum Spaß haben. Lohnt der Umstieg vom P3 Professional? Nein. Eigentlich nicht. Wenn ich mir auch sicher bin, in vielen von Euch brodelt der „Haben Wollen“ Virus. Der Umstieg von allen anderen Phantoms lohnt sich in jedem Fall! Auch wenn der Preis mit 1.599 EUR verhältnismäßig hoch ist. Weiterer Nachteil – die Akkus sind sau teuer. Da sollte sich DJI mal noch mehr in Richtung Bundles für Zubehör einfallen lassen.

DJI Phantom 4
95.2 Bewertung
PRO
+ Design
+ Verarbeitung
+ Flugverhalten und Genauigkeit
+ gute Foto- und Videoqualität
+ neue intelligente Modi
KONTRA
- immer noch nur 60Mbps Video Bitrate
- Collision Avoidance noch nicht perfekt
- Active Track benötigt sehr viel Kontrast
Lieferumfang
Verarbeitung
Reichweite
Kamera
Flugzeit
Preis / Leistung

Bilder

Videos

folgen

Specs zusammengefasst

DJI Phantom 4

Gewicht (einschließlich Akku und Propeller)1380 g
Diagonale (Einschließlich Propeller)350 mm
Max. Steiggeschwindigkeit6m/s (Sportmodus)
Max. Sinkgeschwindigkeit4m/s (Sportmodus)
Max. Fluggeschwindigkeit20m/s (Sportmodus)
Max. Höhe über NN6000 m
Max. Flugzeitca. 28 Minuten
Betriebstemperatur0° bis 40° C
GPS-ModusGPS/GLONASS
SchwebefluggenauigkeitVertikal: +/- 0.1m (bei aktiver optischer Positionsbestimmung) oder +/-0.5m Horizontal: +/- 0.3m (bei aktiver optischer Positionsbestimmung) oder +/-1.5 m

HINDERNISERKENNUNGSSYSTEM

Hinderniserkennungsreichweite0.7 – 15m
BetriebsumgebungOberfläche mit deutlichen Konturen und ausreichender Beleuchtung (Lux > 15)

KAMERA

Sensor1/2.3” Effektive Pixelzahl: 12 M
ObjektivFOV ( Sichtfeld ) 94° 20mm (entspricht 35mm Format ) f/2.8 Fokus bei ∞
ISO-Bereich100 – 3200 (Video) 100 – 1600 (Foto)
Belichtungszeit8s bis 1/8000s
Max. Bildgröße4000 × 3000
Standfoto-Modi
  • Einzelaufnahme
  • Serienbildaufnahmen: 3/5/7 Frames
  • Belichtungsreihe: 3/5
  • Fokussierte Frames bei Blendenöffnung 0,7
  • Zeitraffer
VideoaufzeichnungsartenUHD: 4096 × 2160 (4K) 24 / 25p
3840 × 2160 (4K) 24 / 25 / 30p
2704 × 1520 (2.7K) 24 / 25 / 30p
FHD: 1920 × 1080 24 / 25 / 30 / 48 / 50 / 60 / 120p
HD: 1280 × 720 24 / 25 / 30 / 48 / 50 / 60p
Max. Bitrate des Videospeichers60Mbps
Unterstützte DateiformateFAT32 (≤ 32GB); exFAT (> 32GB)
FotoJPEG, DNG (RAW)
VideoMP4 / MOV ( MPEG – 4 AVC / H.264 )
Unterstützte SD-SpeicherkartenMicro SD
Max. Speicherkapazität: 64 GB. Klasse 10 oder UHS-1
Betriebstemperatur0° bis 40° C

FERNBEDIENUNG

Betriebsfrequenz2.400GHz bis 2.483GHz
Max. ReichweiteFCC Compliant: 5km; CE Compliant: 3.5km (mit Blickkontakt, ohne Störungen )
Betriebstemperatur0° bis 40° C
Akku6000mAh LiPo 2S
Strahlungsleistung (EIRP)FCC: 23dBm; CE: 17dBm
Betriebsspannung7.4V bei 1.2A
MobilgerätehalterFür Tablet-PC oder Smartphone