Wir bauen einen FPV Racer – Grundwissen

Race Quadrocopter Rahmen

FPV Quadrocopter und FPV Racing sind in aller Munde – selbst die Medien springen auf den Zug auf. Grund genug uns der Materie auch einmal zu widmen. Um ehrlich zu sein hat uns der Wahnsinn gepackt. FPV Racing macht so unglaublich viel Spaß und ist für uns das nächste Level der Fliegerei! GPS gesteuert fliegen schön und gut –  tolle Aufnahmen zu sichten, Videos zu schneiden und Co. macht ebenfalls alles Spaß – aber wie sagt unser Markus so schön – “ auf der Flugwiese habe ich mittlerweile von jedem Grashalm ein einzelnes Bild“ – Grund genug, was Neues auszuprobieren. Und der Reiz an den kleinen Racern ist unglaublich groß. Wir fliegen ja nun schon eine Weile mit unserem eTurbine 250 und es klappt ganz gut. Okay, die Lieferung von 50 Sätzen Gemfan Props in 5030 nähert sich langsam dem Ende und die Fähigkeiten werden besser. Jetzt wird es Zeit nicht nur gekaufte Modelle zu fliegen, sondern wir wollen bauen! Also haben wir beschlossen eine FPV Racecopter Build – Serie zu starten. Vorab noch für die Neulinge: FPV bedeutet First Person View und betitelt das Fliegen per Monitor oder Videobrille. Infos zum Thema FPV findet Ihr hier : Was ist FPV?

FPV Racing

Was ist überhaupt FPV Racing? Die Frage wurde nun doch schon oft gestellt und da möchten wir den Grundlagen Kurs doch gleich um diese Antwort erweitern. FPV Racing – First Person View Racing bedeutet, dass Ihr gegen Eure Freunde oder im Wettkampf auf einem abgesteckten Parkour richtige Rennen absolviert. Es gibt das „Pilotenlager“ von wo aus geflogen wird – in den offiziellen Races wird das gesamte Equipment zur Zeitmessung und der Funkstrecken von einem Hersteller gestellt. Damit es keine Vor- oder Nachteile in den unterschiedlichsten FPV Setups gibt und alle Regeln eingehalten werden.  Auf dem Parcours gibt es Hindernisse – sogenannte GATES – also Tore, die durchflogen werden müssen. An bestimmten Endpunkten oder Kurven stehen Pylonen, die umflogen werden müssen. Analog zum bekannten Rennsport kommt es auf Kundenzeiten und „in der Luft bleiben“ an. Je besser Ihr die Kurven nehmt, umso schneller seit Ihr. Training ist alles und das geht auf jeder Wiese. Nehmt Euch einfach irgendwelche Konstruktionen – Beach Flags usw. und baut euch eure eigenen Tore, die Ihr durchfliegt. Denn gerade das durchfliegen der Gates ist nicht ohne. Da werden die Öffnungen in der FPV Brille doch schon sehr klein. Die FPV Racing Szene ist in Deutschland noch recht klein aber wächst jeden Monat enorm. 2016 wird sicherlich das Jahr, in dem die Berichterstattung explodieren wird.

 

Was wird zum Bau eines FPV Racers benötigt?

  • Funke
  • Quadrocopter Rahmen
  • Flugsteuerung
  • Software (Baseflight, Cleanflight, OpenPilot)
  • Motoren
  • ESC (Brushless Controller)
  • Propeller
  • FPV Equipment
  • Akkus (jede Menge)
  • PDB und Kleinigkeiten

Fangen wir also einfach der Reihe nach an mit der Konfiguration beginnend mit der Fernsteuerung für unseren Race Quadrocopter.

 

Spektrum DX9 mit ImmersionRC Vortex

Welche Fernsteuerung für FPV Racer?

Welche Funke für den FPV Racer?

Eigentlich habt Ihr freie Auswahl an Funken und könnt auch vorhandene teilweise nutzen. Vorausgesetzt sie hat mindestens 5 Kanäle. 4 für die Steuerung und ein Kanal für die Flugmodes. Ich möchte jetzt nicht auf die jeweiligen Vor- und Nachteile der einzelnen Hersteller eingehen, aber möchte Euch doch 1-2 Vorteile einiger Funken an die Hand geben. Wir selber fliegen eine Spektrum DX9 – eigentlich overload für einen FPV Racer. Aber da wir ungern mehrere Funken mitschleppen möchten, nutzen wir die DX9 für alles.

Update: Es wurde moniert, dass ein Quadrocopter auch nur mit 4 Kanal Funke bereits fliegt. Das stimmt! Für erfahrene Flieger reicht eine 4 Kanal Funke auch aus. Hier wird dann halt nur 1 Flugmodi (Acro z.B.) fest eingestellt. Für Anfänger jedoch raten wir zum Üben erst einmal zu den Modes mit Hilfestellungen, wie dem Attitude/Rattitude (Openpilot) oder Horizon / Angle Mode (Naze32 Cleanflight). Der Rattitude Mode beim CC3D z.B. macht auch wirklich Spaß. Der Mode lässt Loopings zu aber leveled den Quad bei Stick Neutralstellung wieder.

Besonders spannend ist mittlerweile Graupner. Nicht weil die Funken einfach viel besser sind – sind sie nicht – sondern weil Graupner einen entscheidenden Vorteil seit diesem Jahr bietet! Dem GR18 Empfänger mit eingebauter FLUGSTEUERUNG! Ja genau, mit dem GR18 benötigt Ihr keine weitere FC! Genial, oder? Perfekt für richtig kleine Quadrocopter. Was der GR18 im Detail alles kann, könnt Ihr direkt bei Graupner lesen. In unserem Aufbau entscheiden wir uns aber für eine andere FC. Aus Gründen.

Eine weitere, in der FPV Racing Szene sehr beliebte Funke ist die FrSky Taranis. Und das zu Recht. Der Preis ist für den Umfang der OpenTX Funke extrem gut und die Funkionen der X9D sind extrem umfangreich. Gimmicks wie Sounds oder Startbildschirme können festgelegt werden und mit Erweiterungen, wie LUA Scripten Rundenzeiten gemessen und Racetracks definiert / verwaltet werden. Telemetrie und Co. sind ebenfalls möglich.

Hier hat man im Grund also die freie Auswahl sofern 5 Kanäle vorhanden sind. Spektrum hat leider ein großes Defizit. Z.B. am Vortex Race Quad, den wir gerade testen, ist ein Anschluss eines normalen Empfängers NICHT möglich da kein PPM Summensignal vorhanden ist. Wir fliegen den Vortex nun also mit einem einzelnen Satelliten, der über ein extra zu kaufendes PPM Adapterkabel angeschlossen ist. Allerdings haben wir schon von Empfangsproblemen mit nur einem Satelliten gehört.

 

 

Race Quadrocopter Rahmen
Weiter geht es mit den passenden Rahmen

Der Race Quadrocopter Rahmen

Weiter geht es mit der Auswahl des Grundkonzepts. Dem Rahmen. Hier gibt es mittlerweile eine so große Auswahl, dass wir dafür einen extra Thread aufmachen müssten. Sprechen wir also mal nur von den wesentlichen Dingen. Angefangen bei der Größe. Ein normaler Race Quadrocopter fürs FPV Racing hat eine Größe von 250mm Motorabstand in der Diagonalen und sollte ca. 500Gramm mit LiPo wiegen um genug Dampf auf den Kessel zu bekommen. Mittlerweile gibt es aber auch andere Größen. Der Vortex von ImmersionRC (RTF Copter) z.B. hat einer Diagonalen (Motor zu Motor) von 280mm. Und der aktuelle Trend geht zu noch kleineren Modellen. So z.B. der brandneue HUMxs von Claerials.com mit einer Diagonalen von 190mm. Und genau für diesen Rahmen haben wir uns entschieden! Dazu aber später mehr.

Der wohl bekannteste Race Frame ist der ZMR250 – ein Clone vom H-Quad. Warum der Rahmen so beliebt ist, liegt auf der Hand. Er ist gut verarbeitet, die Komponenten lassen sich relativ einfach tauschen, er besteht aus WENIGEN Bauteilen und ist unschlagbar günstig! Mehr als 25-35 EUR muss man für den Rahmen nicht zahlen. Im Vergleich zur HUM Serie allerdings sieht man schon noch Verbesserungen seitens des made in Germany Frames. Sehr dickes Carbon und eine enorme Steifigkeit der Bauteile haben uns zum HUM getrieben. Wobei wir auch sagen müssen, dass bei den meisten Crashes dank des relativ geringen Gewichts und der Nähe zum Boden nicht jedes Mal der Copter auseinanderbricht. Neue Props dran und weiter geht es.

ZMR250 - der bekannteste Race Quadrocopter Rahmen

Ein weiteres, interessantes Rahmenkonzept kam vor einigen Wochen von Storm auf den Markt. Der SRD280 ist allerdings ein RTF Quad für 499 $. Das Rahmenkonzept fanden andere Hersteller wohl so gut, dass es dieses Modell nun in allen möglichen Varianten zu kaufen gibt. Teils aus Carbon und teils günstiger aus Glasfaser. Wobei ich einen Racer mit Glasfaserkunststoff eher nicht empfehlen möchte. Carbon ist einfach verwindungssteifer und hält mehr Crashes aus – denn die kommen Gewiss.  Die günstigen Alternativen gibt es z.B. in sehr guter Qualität und in Deutschland bei Pegasus Race Quad. Pegasus bietet auch ein PNF Modell mit dem Namen Robocat 270 an. Günstiger als bei Heilbar (Storm Racing Drone).

Storm Racing Drone SRD 280

Wir haben uns also für den claerials HUMxs mit 190mm Diagonale entschieden, da uns dieser Mini Rahmen einfach fasziniert und wir die beiden Gründer und Entwickler – Christian Lauscher und Andreas Chronz – sehr gerne unterstützen! Angefangen haben die beiden mit dem HUM4 mit einer Diagonalen von 280mm – angelehnt an die klassische H-Optik der ZMR Reihe mit reichlich Platz und coolen Features. Nicht umsonst gibt es ein eigenes claerials Racing Team.

 

Auswahl der Flugsteuerung

Jetzt wird es schon etwas komplizierter. Fliegen tut eigentlich alles und ich habe selbst mal einen Versuch mit einer DJI Naza lite im Bocksteif Rahmen gemacht. Von der Idee kam ich dann aber SEHR schnell wieder ab 😀 Das macht keinen Spaß! Vergesst also einfach das Thema DJI Naza im FPV Racer – auch wenn wir die Frage sehr oft gestellt bekommen. Lernt lieber richtiges Fliegen – es muss ja nicht gleich ACRO sein. Die gängigen FCs, die wir nun vorstellen bieten allesamt eine auto leveling Funktion, welche den Einstieg erleichtert! Die Flugsteuerung (FC) ist im Grunde die komplette Steuereinheit Eures Racing Quadrocopters. Ausgestattet mit 3-Achsen Gyros zur Lageerkennung regelt die Steuerung den kompletten Copter und gibt die Steuerbefehle exakt an die Motoren weiter. Die wohl bekanntesten Flugsteuerungen sind das CC3D und das NAZE32, welches wir schon ausgiebig testen durften. Daher gibt es für das Naze32 nun nur den Link und das CC3D wird ein wenig näher erläutert.

Shopping Tipp: Unsere FCs ordern wir bei PITCHPUMP!

 

CC3D Openpilot

OpenPilot-CC3D-Flight-Controller-4_920x600Die CC3D Flugsteuerung bietet eigentlich schon alles, was Ihr für den Start benötigt. Vor allem zu einem sehr guten Preis ab ca. 15 EUR und in verschiedenen Arten, boxed oder naked und in verschiedenen Größen. Aber im Grunde können alle das Gleiche. Wichtig ist beim Kauf, dass Ihr darauf achtet, woher die Teile kommen. Da das OpenPilot Projekt, wie der Name schon verrät, OpenSource ist, so solltet Ihr auch dort einkaufen, wo das Projekt mit dem Verkauf unterstützt wird! Oft ist auf der Flugsteuerung selbst die URL und der Name eingraviert. Es gibt auch weitaus teurere Modelle, wie dem Lumenier CC3D Board. Hier kommen einfach noch bessere Bauteile zum Einsatz, die zur Lebensdauer und der Lagegeschwindigkeit beitragen.

Ein kurzer Überblick, was in einem Lumenier CC3D verbaut ist.

 

  • Leistungsstarke STM32 32-Bit-Mikrocontroller-Lauf bei 90MIPs mit 128KB Flash und 20KB RAM
  • 3-Achsen-Hochleistungs-MEMS-Gyros und 3-Achsen-Hochleistungs-MEMS-Beschleunigungsmesser
  • Tiny 36mmx36mm 4-Schicht-Platine für überlegene elektrische Rauschunterdrückung und Flugleistung
  • Software-Unterstützung für Windows, Mac und Linux
  • Direkte Hochgeschwindigkeits -USB-Unterstützung keine Treiber erforderlichein echtes Plug-and-Play-Gerät.
  • Spektrum Satellitenempfänger Unterstützung
  • Futaba S-BUS-Hardware-Unterstützung
  • Innovative FlexiPort-Technologie für überlegene Flexibilität Port
  • 4 MBits On-Board-EEPROM für Konfigurationsspeicher

 

Wir haben aktuell beide Modelle zur Auswahl. Einmal das CC3D und einmal ein Afroflight NAZE32. Wir werden beide mal einbauen und für Euch fliegen. Aber gerade in Sachen Flugsteuerung werden wir in diesem und auch im Jahr 2016 wohl noch EINIGE Neuheiten erwarten. TBS z.B. bringt gerade den PowerCube auf den Markt. Eine komplette Einheit bestehend aus 4 ESCs, einem PDB und einer FC. Und zwar die neue F3 FC. Dazu aber in einem anderen Beitrag mehr. Das Teil soll wohl der Wahnsinn sein was Regelung, Speed und Co. angeht.  TeamBlackSheep solltet Ihr unbedingt im Auge behalten, sofern Ihr sie noch nicht kennt. FPV Pioniere mit  dem ersten PNF Racing Hexacopter – dem TBS GEMINI.

Baseflight, Cleanflight, OpenPilot

Für beide Flugsteuerungen gibt es außerdem unterschiedliche Software. Die bekanntesten sind Basefight, Cleanflight & OpenPilot. So kann ein CC3D Board auch mit Cleanflight betrieben werden. Der wohl beliebtesten Software für Race Quadrocopter. OpenPilot nutze ich selbst auch sehr gerne, aber seitdem ich den ImmersionRC Vortex mit Cleanflight geflogen bin, hat es mich dann für das neue Projekt auch zu dieser Software Version getrieben. Die Unterschiede zu Basefight sind gar nicht so groß, bieten aber doch gewisse Vorzüge. So können z.B. verschiedenste LED Settings programmiert werden und es gibt Autotune – ein selbstlernendes System zur PID Konfiguration. Im Grunde merkt hier der Copter, mit welchen PID Einstellungen das beste Ergebnis erzielt wird. Allerdings funktioniert das auch nicht immer so perfekt.

Update: Da mich viele Fragen in Richtung Boris B. Betaflight erreichten, habe ich hierfür einen eigenen Beitrag geschrieben. Anleitung: Boris B. Betaflight

Motoren, Props und ESCs für unseren FPV Racer

SO, da wir das Grundgerüst und das Herz unseres FPV Racers nun haben, geht es weiter mit der Auswahl an Reglern und Motoren. Jetzt kommt Fahrt auf. Und zwar je nach Geschmack. Und da gibt es unterschiedlichste Ansätze. Wir haben es mal in 3 Bereiche unterteilt. Speed, Freeride & Beginners. Fangen wir also mit dem Anfängertauglichstem und günstigstem Setup an.

Für Einsteiger – das Beginner Setup

Das Einsteiger Setup hat schon Wumms und kann Spaß machen, aber es ist dabei auch extrem günstig und besteht aus folgenden Komponenten.

  • 1804 Motor mit 2400kv (Umdrehungen/Volt)
  • 10A ESC mit 5V BEC SimonK Software
  • Gemfan 5030 Propeller
  • für 3S Lipos geeignet

Das gesamte Setup kostet bei Banggood z.B. ca. 60 € + Versand nach Deutschland und bleibt damit auch unter der Zoll Freigrenze. Lediglich Einfuhrumsatzsteuer ist ab 22€ immer zu entrichten. Zoll Gebühren fallen ab 150€ an.  Damit habt Ihr ein wirklich günstiges Setup für den Start.

Freeride Setup

Dieses Setup ähnelt dem Beginner Setup schon, bietet aber mit besseren Komponenten mehr Möglichkeiten. So z.B. bessere Regler mit schnellerem Ansprechverhalten die auch 4S LiPos aushalten und somit mehr Speed geben können.

Speed / FPV Race Setup

Beim Speed Setup scheiden sich die Geister. Da haben die Pros natürlich alle Ihr eigenes Süppchen zusammengebraut. Aber ein grundlegend gutes Setup möchten wir Euch mit folgenden Komponenten an die Hand geben. Entscheidend sind die größeren Motoren und 20A Regler. Natürlich sollte unter 4S LiPos gar nicht angefangen werden zu racen.

 

Je nach Budget könnt Ihr also tatsächlich auch sehr günstige Race Copter bauen. Nach oben gibt es natürlich wenig Grenzen. Im Grunde fliegt unser FPV Racer nun schon mit diesen Bauteilen. Wir haben uns für 20A DYS BLHeli Regler und T-Motors in 1806 2300kv entschieden. Geflogen werden kann unser HUMxs dann mit 3 – oder 4S.

 

 

FPV Bodenstation mit ImmersionRC DUO und 8" Monitor Fieldview
Unsere Bodenstation fürs FPV Fliegen

Das FPV Setup

Nachdem Ihr Euch nun für Eure Komponenten entschieden habt, geht es weiter mit der Videoübertragung des FPV Racers. Im Grunde benötigen wir hier eine Kamera, einen Videosender mit Antenne, einen Empfänger am Boden und eine Videobrille oder einen Monitor als Groundstation. Ihr solltet hier schon auf Qualität achten, denn diese spiegelt sich im Empfang schon deutlich wider. Das System basiert auf der 5,8Ghz Frequenz, die sich mit den 2,4Ghz der Fernsteuerungen super vertragen. Aufbau und Verkabelung folgt dann in den nächsten Beiträgen, wenn wir mit der Bauserie starten.

Videoübertragung am Quadrocopter

Als Sender empfiehlt sich ein ImmersionRC 25mw Sender. Mehr ist in Deutschland leider nicht erlaubt. Aber mit den richtigen Komponenten und sehr guten Antennen reicht das auch aus. Brandneu bietet ImmersionRC nun auch Sender mit Raceband. Hier liegen die einzelnen Kanäle schön weit auseinander, so dass Ihr Euch mit Freunden oder „Gegnern“ im Rennen nicht mit der Übertragung in die Quere kommt.

Als Kamera können wir eine 600 oder 700TVL empfehlen. Kleiner Tipp! Bei Camera2000 gibt es die RunCams RICHTIG günstig!  Die halten locker Ströme bis 4S aus und können so einfach über den Videosender gespeist werden. Die ImmersionRC können eigentlich alles bis 6S verkraften. Mit der richtigen Antenne bestückt, habt Ihr Euren FPV Quadrocopter nun tatsächlich fertig!

Videoempfang am Boden

Hier gibt es nun mehrere Möglichkeiten des Videosignal Empfangs. Eine sehr einfache Lösung sind Monitore mit integriertem Diversity Empfang. D.h. 2 Empfänger mit 2 unterschiedlich bestückten Antennen bieten weniger Ausfall. Da gibt es zwei Modelle, die wir bereits getestet haben.

Feelworld FPV 718 7″ im Test

Black Pearl FPV  7″ Monitor im Test

Damit habt ihr schon alles, was ihr am Boden benötigt. Es geht aber auch noch anders! Wir nutzen mittlerweile alle im Team einen ImmersionRC DUO Empfänger – ebenfalls Diversity aber ohne Monitor. Hier haben wir uns einen 8″ Monitor beim Backorder King besorgt 😉 Richtig gutes, helles Bild und das für 80 EUR.

Der ImmersionRC Duo dagegen ist was teurer, bietet aber einfach unwahrscheinlich guten Empfang!! Gibt es nun auch in der Version 4.1 mit RACEBAND!

Empfang ist hervorragend in Verbindung mit Clover Leaf Antennen.

Die Videobrille

Die 3. und wohl gleich beliebteste Variante und den FPV Racing Piloten ist die Videobrille. Hierbei wird das Bild direkt in die Brille übertragen. Die Brille kann den Empfänger und Monitor ersetzen, falls ein Empfangsmodul verbaut ist. Allerdings hat nicht jede Brille ein Modul fest eingebaut. Bei den höherpreisigen Fatshark Brillen z.B. gibt es die Module einzeln zu kaufen. Die wohl beste, bezahlbare Brille ist aktuell die Fatshark Dominator V2. Mit ca. 420 EUR ist man ohne Empfangsmodul dabei. Angeschlossen am ImmersionRC DUO z.B. bietet sie ein hervorragendes Bild und kann auch für Brillenträger mit Ausgleichs-Linsen ausgestattet werden.

In der Welt der Videobrillen gibt es aber jede Menge Versionen und Glaubenskriege. Das Thema ist ebenfalls so komplex, dass wir dies mit einer weiteren Serie ausstatten wollen.  So gibt es z.B. noch die Headplay HD, welche aktuell sehr gefeiert wird. Ein Riesen Klotz am Kopf aber dafür auch ein unglaublich großes Bild. Aber dazu später mehr.

 

Wie gerade schon angesprochen, fliegen wir aktuell mit der Version mit Monitor OHNE Brille. Was sich aber bald ändern wird. Das richtige Feeling des FPV Racing kommt einfach erst mit Brille. Ich habe selbst in einem Testflug mit Brille gemerkt, dass es mir um ein Vielfaches leichter fällt, wenn ich quasi im  Modell virtuell drin sitze. Das aber nur als Tipp am Rande.

 

Kleinteile und Co.

Nun haben wir ein absolutes Komplettset an der Hand, mit dem es aufs Feld zum Fliegen gehen kann. Doch 1-2 Dinge möchten wir noch auf den Weg geben.  Das Thema Beleuchtung ist sehr wichtig. Stattet eure Copter unbedingt mit LEDs aus. Am Besten vorne UND hinten. Das sieht nicht nur saucool aus, wie im folgenden Video gezeigt, sondern macht wahnsinnig viel Sinn. Sollte es mal Empfangsprobleme geben und Ihr den Copter am Himmel suchen müsst, so helfen die LEDs bei der Lageerkennung. Andernfalls ist es schier unmöglich in gewisser Entfernung noch die korrekte Fluglage zu beurteilen. Und bitte übt Eure Flüge nicht im öffentlichen Park oder wo sonst noch Publikum rum rennt. Das FPV Fliegen sieht oft sehr leicht aus, ist es aber überhaupt nicht! Ihr benötigt ÜBUNG und eine Menge Propeller! Lasst Euch nicht vom Reiz in den vielen Videos übermannen. FPV Fliegen bedarf Übung! Und nun viel Spaß! Ich hoffe, wir bauen gemeinsam jetzt an unserem Projekt. Bei Fragen oder Kritik dürft Ihr Euch jederzeit an uns wenden.

Video  – zum infizieren

Und schaut Euch unbedingt mal die DRL-Drone Racing League an – wir werden stets darüber berichten. Es ist einfach genial was da abgeht!

 

Lumneier QAV 250[mashshare]
Über Daniel Wolf 212 Artikel
Hi ich bin Daniel. Schön das Ihr da seid! Ohne Euch macht es hier doch nur halb so viel Spaß ;) Kurz zu meiner Person. Ich betreibe das RC-Quadrocopter Magazin nun seit über 3 Jahren und kombiniere meinen JOB mit dem Hobby. Neben der Quadrocopter Fliegerei und dem Magazin bin ich, Autor, Webworker und leite eine Werbeagentur. Ich hoffe, ich biete Euch mit dem Magazin den Stoff, den Ihr gebrauchen könnt. Und falls nein dann unbedingt mitteilen :)
  1. Hallo,
    ich bin ein Neueinsteiger in der FPV-Racer Szene und bastele grad nach eurer Anleitung einen Copter zusammen.
    Ich richte mich hierbei nach dem „Einsteiger – Beginner Setup“.
    Allerdings wirft bei mir die Aussage „für 3S-Lipos geeignet“ doch die Frage auf welche Ausführung es sein darf, also wieviel mAh?
    Nicht das den Akku anschließe und dann raucht mir alles auf… :-)

    • Hallo Andre,

      keine Angst, mit der mAh Zahl kannst Du keinen Copter abrauchen lassen. Das ist ja nur die Angabe der Kapazität des Akkus, NICHT die Angabe der Volt Zahl. 3S bedeutet 3 Zellen und das bedeutet 11,1 Volt. 4S wären 14,8 Volt Je mehr mAh, je länger wird die Flugzeit. Aber bei den Racern ist das Gewicht der LiPos entscheidend. Ich fliege 1.800er z.B. Teilweise auch 2.200er oder auch 1.300er. Passt alles.

  2. Hallo Lieber Freund.Als Einsteiger der Quadrofliegerei bin ich zufällig auf den Selbstbau verschiedener Modelle gestossen.Was mich momentan aber mehr interessiert ist das erwähnte „Quadrocopter-Magazin.Wie könnte ich dieses beziehen und wie sind die Kosten.Würde mich über eine Antwort freuen.
    Ps.Bin Modellbauer seit 1950er Jahre,Angefangen mit Fesselflieger.Möchte nun noch einmal bei Quadros einsteigen.
    Gruß aus der Lüneburger Heide
    k.-d.acker

    • Hallo Daniel!
      Danke für die Superschnelle-Antwort.Ich glaube wir hatten vor längere Zeit schon mal Kontakt.Dann schlief bei mir alles ein.Möchte aber mal so langsam „in die Puschen“ kommen.Wenn Dein Magazin für mich geeignet wäre könnte ich es über unseren Buchhändler beziehen.Mit Abos per Postzusendung habe ich schlechte Erfahrung gemacht.Flugmodelle aller Art führt ein altes,gutes Fachgeschäft hier vor Ort.Mich interessiert ein Copter wie vorher beschrieben.Hier muss ich mich so lange mit Informationen vollstopfen bis ich sagen kann,das ist Es oder Er.Mit Deiner Erfahrung und Tipps komme ich bestimmt Schritt für Schritt weiter.Wenn Dir meine Fragerei auf den Geist geht,kannst Du mich gerne an einen E-Mail-Freund weiterreichen.Ich fange ja erst an und möchte daher nicht gleich teure Fehler machen.Hier vor Ort beherschen Helis die Plätze.In einem Verein bin ich nicht mehr daher muss ich mir Gleichgesinnte im Netz suchen.Es geht immer weiter.
      Gruß dieter

  3. Hallo, hab da mal eine Frage und zwar bin komplett neu in Eurem Quadcopterflug fliege bisher nur Flugzeuge. Ich habe eine Spectrum DX6i Funke würde die bei einem Racequad auch funktionieren?
    Gruß Björn

    • Hallo Björn, grundsätzlich reicht eine DX6i für Racer. Nachteil bei den Spektrum ist, dass sie kein PPM direkt können. Aber mit 2 Tricks können Satelliten direkt an die NAZE z.B. angeschlossen werden. Dazu schreibe ich die Tage mal ein Tutorial. Du könntest aber zum Start natürlich klassisch verkabeln. Also einfach einen Empfänger ohne Summensignal anschließen.

  4. Hi, super Einleitung bis jetzt! Seit ein paar Tagen bin ich total angefixt von den Race Quads. Eigentlich komme ich aus der RC-Car Szene und habe bis jetzt nur mal einen kleinen koax geflogen.
    Wie sieht das also bei einem blutigen Anfänger aus, kann man auch direkt mit so einem Racer das Fliegen lernen (zB mit dem GR18 im selbst stabilisierenden Modes)?

    Und noch eine Frage: Ich habe mit voller Begeisterung den Versacopter von FliteTest gesehen. Solche größeren Quads fliegen doch bestimmt stabiler und villeicht auch länger als die kleinen? Oder was würdest du empfehlen?

    Viele Grüße, Basti

  5. Hi Daniel,

    toller Beitrag, danke dafür! Eine Frage die ich mir stelle, wie verhält sich im FPV Flug die Steuerung z.B. Rollen wenn die Drohne auf mich zufliegt? Ich kenne es vom RC Heli, dann ist ja z.B. Rollen spiegelverkehr solange er mit der Nase auf mich zufliegt. Wie bekommt man das beim FPV Flug geregelt? Oder läuft das automatisch über den Headless-Mode?

    • Es gibt einen Headless Mode, ja. Aber vergiss das direkt. Wenn Du über FPV fliegst, schaust Du ja IMMER nach vorne und die Bewegungen ändern sich nicht. Wenn Du aber auf SICHT fliegst, dann musst Du natürlich umdenken. Aber das ist auch wichtig zu können. Daher bitte den Headless Mode sparen und immer fliegen „lernen“. Das hilft in schwierigen Situationen die Kontrolle zu behalten.

      Im Grunde ist die Steuerung exakt wie beim RC Heli. Nicht Pitch gesteuert, dafür aber mit Gas.

  6. Hallo zusammen,

    Ich bin ein ABSOLUTER Neuling auf dem Gebiet des Modellbaus und des Fliegens. Auf das FPV Fliegen bin ich tatsächlich durch ein Video im Internet gekommen. Es war allerdings nicht sonderlich spektakulär und mein erster gedanke war „da könnte man doch geile Podrennen wie bei star wars draus machen“ und nach kurzem googlen dann auf die bereits bestehende community gestoßen.

    Ich beginne also komplett bei null und möchte aber von beginn an selber bauen.handwerklich mach ich mir keine sorgen aber das grundverständnis für Sender Empfänger und Frequenzen fehlt. Habe mir zu diesem thema schon einige videos angesehen und denke ich hab das Grundprinzip verstanden. Jetzt stehe ich also vor der aufgabe mir die einzelnen Bauteile im Internet zu kaufen, kompatibel wäre gut 😉 und diese dann zusammen zu bauen.

    Ich versuche mich mal an der o.g. anleitung bin jedoch über jeden tipp dankbar.

    Viele grüße
    Phillip

  7. Hi Daniel ich habe 2 eturbine 250 gebaut beide fliegen nicht sauber sie wackeln immer hin und her so ist es nicht möglich sie ruig in der Luft zu halten was habe ich falsch gemacht. Habe sie schon 3 mAll über die Softwar neu calibrirt hat sich aber nichts geändert fliegt immer noch wie ein betrunkener

  8. Danke für die tollen Erklärungen!!!
    Hab mich ebenfalls für T-Motor 1806 2300KV & 20A ESC entschieden.
    Eine Frage dazu:
    Ich möchte meine Fatshark Dom HD V2 nutzen und würde mich freuen, wenn Ihr hierzu noch einen Tipp zu VTX/RTX und Antennen geben würdet, damit man das Maximum an Reichweite erzielt.

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