Dobrindt bringt Neuregelung für Drohnenflüge

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Die Neuregelung der „Drohnen Flüge“ kommt. Wie genau, ist noch nicht abgesegnet, aber Bundesminister Dobrindt hat nun einen neuen Entwurf zum Zwecke „Verordnung zur Regelung des Betriebs unbemannter Fluggeräte“ vorgelegt. Nach der nun abgeschlossenen Ressortabstimmung (Abstimmung eines Referentenentwurfs mit den anderen Ministerien der Bundesregierung) wird der Entwurf nun zur Anhörung an die Länder und Verbände. Somit steht die Neuregelung dieses Mal sehr deutlich bevor.

Drohnen bieten ein großes Potenzial – privat wie gewerblich. Immer mehr Menschen nutzen sie. Je mehr Drohnen aufsteigen, desto größer wird die Gefahr von Kollisionen, Abstürzen oder Unfällen. Für die Nutzung von Drohnen sind deshalb klare Regeln nötig. Um die „Zukunftstechnologie Drohne“ zu fördern und gleichzeitig die Sicherheit im Luftraum deutlich zu erhöhen, habe ich eine Neuregelung auf den Weg gebracht. Neben der Sicherheit verbessern wir damit auch den Schutz der Privatsphäre. – Bundesverkehrsminister Dobrindt

Doch was bedeutet die Neuregelung für uns Modellflieger und gewerbliche Piloten? Ist das nun das AUS? Kurz gesagt, nein – aber :

 

  1. Kennzeichnungspflicht: Jas „Nummernschild“ kommt. Ab einem Abfluggewicht von mehr als 250 Gramm müssen wir unsere Copter nun kennzeichnen, damit im Schadenfall der Halter schnell zu ermitteln ist. Die Kennzeichnung selbst erfolgt mittels Plakette mit Namen und Adresse des Eigentümers.
  2. Erlaubnisfreiheit: Unterhalb der 5KG Gesamtmasse ist keine gesonderte Erlaubnis oder Befähigung nötig. Hier bleibt alles beim „Alten“. Gleiches gilt für Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben. Feuerwehren, THW ect.
  3. Erlaubnispflicht: Für den Betrieb von Flugmodellen und unbemannten Luftfahrtsystemen Geräte über 5 kg ist künftig eine Erlaubnis erforderlich. Diese wird von den Landesluftfahrtbehörden erteilt. Vermutlich eine erweiterte Aufstiegserlaubnis mit Abnahme des Gerätes. Nähere Infos werden wir ergänzen.
  4. Kenntnisnachweis: Nun kommen wir zum mittlerweile berühmten „Drohnenführerschein“. Denn der wird kommen. Und zwar ab einer Gesamtmasse über 5kg. Der Nachweis erfolgt durch eine gültige Pilotenlizenz, einer Bescheinigung nach Prüfung durch eine vom Luftfahrt Bundesamt anerkannten Stelle (angeblich auch online möglich?)  und einer Bescheinigung nach Einweisung durch einen Luftsportverein (gilt nur für Flugmodelle). Die Bescheinigungen gelten für 10 Jahre!
  5. Betriebsverbot: Ein Betriebsverbot gilt künftig für Flugmodelle und unbemannte Luftfahrtsysteme
    • außerhalb der Sichtweite für Geräte unter 5 kg;
    • in und über sensiblen Bereichen, z.B. Einsatzorten von Polizei und Rettungskräften, Menschenansammlungen, Anlagen und Einrichtungen wie JVAs oder Industrieanlagen, oberste und obere Bundes- oder Landesbehörden, Naturschutzgebieten;
    • über bestimmten Verkehrswegen;
    • im kontrollierten Luftraum (auch An- und Abflugbereiche von Flughäfen),
    • in Flughöhen über 100 Metern über Grund. Ausnahmen: Der Steuerer hat einen Kenntnisnachweis.
    • über Wohngrundstücken, wenn die Startmasse des Geräts mehr als 0,25 kgbeträgt oder das Gerät oder seine Ausrüstung in der Lage sind, optische, akustische oder Funksignale zu empfangen, zu übertragen oder aufzuzeichnen. Ausnahme: der durch den Betrieb über dem jeweiligen Wohngrundstück in seinen Rechten Betroffene stimmt dem Überflug ausdrücklich zu,
    • über 25 kg (gilt nur für „Unbemannte Luftfahrtsysteme“).

    Die zuständige Behörde kann Ausnahmen von den Verboten zulassen, wenn der Betrieb keine Gefahr für die Sicherheit des Luftverkehrs oder die öffentliche Sicherheit oder Ordnung, insbesondere eine Verletzung der Vorschriften über den Datenschutz und über den Naturschutz darstellt und der Schutz vor Fluglärm angemessen berücksichtigt ist. Insbesondere bei einem geplanten Betrieb außerhalb der Sichtweite lässt sich die Genehmigungsbehörde eine objektive Sicherheitsbewertung vorlegen.

  6. Einsatz von Videobrillen: Flüge mithilfe einer Videobrille gelten als Betrieb innerhalb der Sichtweite des Steuerers, wenn sie bis zu einer Höhe von 30 Metern stattfinden und das Gerät nicht schwerer als 0,25 kg ist oder eine andere Person es ständig in Sichtweite beobachtet und in der Lage ist, den Steuerer auf Gefahren aufmerksam zu machen.

 

Abschließend noch meine eigene Meinung dazu:

Dieser Weg ist in Teilen nicht schlecht – ABER aus welchen Gründen wird der professionelle Bereich immer weiter eingeschränkt, während der Privatbenutzer fröhlich weiter in den Mediamarkt und Co. geht, sich seinen Copter in der Phantom Klasse kauft, und damit einfach drauf los fliegen darf? Dadurch werden keine „Horrormeldungen“ verhindert. Eher im Gegenteil. Es bleibt für alles unter 5kg quasi alles „beim Alten“. Der Profi Pilot bekommt nur ne Ohrfeige mehr! Für mich  Schwachsinn und fehlgeleitet.

Auch zu empfehlen: WAS darf ich alles mit meiner Drohne? Ein FAQ

Quelle: http://www.bmvi.de/SharedDocs/DE/Artikel/LR/151108-drohnen.html?linkToOverview=js


Über Daniel Wolf 231 Artikel
Hi ich bin Daniel. Schön das Ihr da seid! Ohne Euch macht es hier doch nur halb so viel Spaß ;) Kurz zu meiner Person. Ich betreibe das RC-Quadrocopter Magazin nun seit über 3 Jahren und kombiniere meinen JOB mit dem Hobby. Neben der Quadrocopter Fliegerei und dem Magazin bin ich, Autor, Webworker und leite eine Werbeagentur. Ich hoffe, ich biete Euch mit dem Magazin den Stoff, den Ihr gebrauchen könnt. Und falls nein dann unbedingt mitteilen :)

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