Zookal und Flirtey beginnen mit der Auslieferung per Quadrocopter

Zookal liefert per Hexakopter

Die australischen Startups Zookal und Flirtey beginnen mit der Auslieferung von Fachbuch-Bestellungen per Quadrocopter

Während Länder in aller Welt nach und nach die Vorschriften für den Einsatz kommerzieller Multicopter lockern, hegt ein neues Startup namens Flirtey die Hoffnung, Australien zu einem weltweiten Marktführer beim Einsatz von UAVs (unmanned aerial vehicles = unbemannte Flugobjekte) bei der Auslieferung von e-commerce Bestellungen zu machen. Im Jahr 2014 plant Flirtey die Auslieferung von Fachbüchern, die über Zookal bestellt wurden, diese per Quadrocopter an Privatkunden zu übermitteln. In die Vereinigten Staaten soll dann im Jahr 2015 expandiert werden. Das Startup teilt mit, dass dies der erste Einsatz voll automatischer kommerzieller Copter in der Paketauslieferung weltweit ist. Zu den anderen Unternehmen, die die Zulassung von Multicoptern für den kommerziellen Einsatz anstreben, zählen beispielsweise die U.S.-Firma 3D Robotics, die gerade eine Finanzierung der Serie B in Höhe von 30 Millionen Dollar abgeschlossen hat und Matternet. Flirtey, ein Joint Venture mit Zookal, einer Dienstleistungsplattform für Studenten, begann als Projekt von Studenten der Ingenieurswissenschaften der Universität in Sydney und plant jetzt, UAVs zu testen, den Marktanforderungen anzupassen und kommerziell zu nutzen, bevor die Technologie in alle Welt exportiert werden soll. Ahmed Haider, CEO von Zookal und Mitgründer von Flirtey, sagt, dass Australien in einer einzigartigen Position für eine Vorreiterrolle in der weltweiten UAV Branche ist, weil die Vorschriften der Civil Aviation Safety Authority (CASA) zur Förderung des Einsatzes der Drohnentechnologie geeignet sind und weil auch die Geographie des Kontinents, die von dicht besiedelten Städten bis zum endlosen, fast unbesiedelten Outback reicht, für diesen Einsatz prädestiniert ist.

Zookal setzt Flirtey ein, um Päckchen kostenlos zu versenden und behauptet, dass Lieferungen in nur zwei oder drei Minuten ausgeführt werden können – im Vergleich zu zwei oder drei Tagen bei der traditionellen Versandmethoden. Bei der Ankunft an einem Bestimmungsort im Außenbereich heben und senken Flirteys Drohnen das Päckchen mithilfe eines speziellen Auslieferungsmechanismus, der mit einer einziehbaren Leine verbunden ist. Das Realtime-GPS-Tracking des Standortes jeder Drohne ist über die Flirtey App für Smartphones verfügbar. Einer der Gründe, aus denen sich Zookal entschieden hat, die Auslieferung mit kommerziellen Multicoptern voranzutreiben, waren Bedenken hinsichtlich der Kosten und der Leistung des Päckchenversands im Zuge des Unternehmenswachstums. Haider schildert, dass der Einsatz von UAVs Zookals Kosten von 8,60 Australischen Dollar auf 80 Australische Cent pro Lieferung senken wird. Flirteys Zielsetzung besteht darin, UAVs als schnellere, kostengünstige und umweltfreundliche Alternative zu traditionellen Auslieferungsmethoden zu präsentieren. Eine der größten Herausforderungen des Startups stellt allerdings die öffentliche Wahrnehmung von „Drohnen“ dar. In Australien haben Kritiker die UAVs als “Gefahr für die Sicherheit und die Privatsphäre” dargestellt. Obwohl der Kongress die FAA aufgefordert hat, Vorschriften zu verfassen, die den Einsatz von kommerziellen Quadro- und Hexakoptern bis zum Jahr 2015 ermöglichen, formulieren Gesetzmacher und Gruppen wie die “American Civil Liberties Union” ihre Besorgnis über den Einsatz von Quadrocoptern bei der Überwachung aus der Luft. Um diesen Einwänden Rechnung zu tragen, arbeitet Flirtey zur Zeit mit dem Warren Centre for Advanced Engineering, einem gemeinnützigen Forschungsinstitut, zusammen, um eine Reihe von Richtlinien für den Einsatz kommerzieller Multicoptern zu erarbeiten. „Wir hoffen, dass diese Richtlinien dazu dienen können, lokal auf die Besorgnisse in Bezug auf die Sicherheit, die Privatsphäre und das Zusammenleben einzugehen, womit wir hoffentlich auch dem Rest der Welt veranschaulichen können, wie man mit dieser neuen Technologie interagiert”, erläutert Haider.

 

Video: Zookal liefert hier per Hexacopter

 

Das Startup befürwortet außerdem die Gründung einer gemeinnützigen Vereinigung, die den Betreibern von UAV ermöglichen soll, sicherheitsbezogene Innovationen im Bereich Hardware, Software oder Testdaten online zu teilen. Haider und der Flirtey-Mitgründer Matthew Sweeny teilen mit, dass in Flirteys UAVs mehrere Sicherheitsmaßnahmen eingebaut wurden – unter anderem eine „Technologie zur Vermeidung von Zusammenstößen”, die verhindern soll, dass die Multicopter mit Bäumen, Gebäuden oder Vögeln kollidieren. Sowie ein Mechanismus, der die Drohne zwingt, höher zu steigen und anschließend langsam zu landen, wenn sie kein Signal mehr empfängt. Oder wenn ein technischer Defekt auftritt und die Fähigkeit, den autonomen Betrieb außer Kraft zu setzen und einer Person die Übernahme der Steuerung zu ermöglichen. Flirteys kommerzielle Multicopter verfügen dabei nicht über Kameras, um eine Verletzung der Privatsphäre auszuschließen. „Die meisten wichtigen Innovationen, die mit einem militärischen Hintergrund begonnen haben (wie z. B. das Internet, SMS, GPS und Satelliten) haben dann, wenn sie für eine zivile Nutzung eingesetzt werden, erhebliche positive Auswirkungen auf die Gesellschaft. Wir haben das Ziel, dies auch mit UAVs zu schaffen. Wir speichern lediglich die Nutzerdaten, die erforderlich sind, um das Produkt sicher auszuliefern,” sagt Haider. Haider hofft, dass die UAVs die Lücke zwischen der Innovation im Bereich des e-Commerce und der Logistikbranche schließen können, die seit Jahrzehnten dieselben Auslieferungsmethoden verwendet. „Fachbücher sind eine exzellente Möglichkeit, den Markt zu testen, weil sie in unterschiedlichen Gewichten vorliegen,” sagt er. „Bei der Studentendichte an den Universitäten in Australien werden wir einen Nachweis für das Funktionieren unseres Konzepts erhalten, der zeigt, dass man, wenn man ein Fachbuch ausliefern kann, Dinge wie dringende Medikamentenlieferungen, Lieferungen von Kleidungsstücken, Schuhen, Fast Food und anderen e-Commerce Waren ebenfalls problemlos durchführen kann.”

Frei übersetzt im Original bei Techcrunch zu finden


Über Daniel Wolf 231 Artikel
Hi ich bin Daniel. Schön das Ihr da seid! Ohne Euch macht es hier doch nur halb so viel Spaß ;) Kurz zu meiner Person. Ich betreibe das RC-Quadrocopter Magazin nun seit über 3 Jahren und kombiniere meinen JOB mit dem Hobby. Neben der Quadrocopter Fliegerei und dem Magazin bin ich, Autor, Webworker und leite eine Werbeagentur. Ich hoffe, ich biete Euch mit dem Magazin den Stoff, den Ihr gebrauchen könnt. Und falls nein dann unbedingt mitteilen :)

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