Externes FPV Set für DJI Inspire1 getestet

DJI Inspire1 FPV System - analog für den Piloten
DJI Inspire1 FPV System - analog für den Piloten

Bekannterweise eignet sich der Inspire1 durch das 360 Grad Gimbal, der Lightbridge mitsamt allen Möglichkeiten der DJI GO App hervorragend für den 2-Mann Betrieb. Der Pilot konzentriert sich aufs Fliegen, der Kamera Operator steuert in aller Ruhe das Gimbal. Wäre da nicht ein Problem. Beide haben ein identisches Bild auf dem Kontroll-Monitor. Und so sieht der Pilot nicht per Monitor, wo er gerade fliegt. Genau diesem Problem hat sich der „Drohnendoktor“ angenommen. Wir haben uns das System einmal schicken lassen und näher angeschaut.

Allgemeine Informationen

Oben beschriebenes Problem werden einige sicherlich mit den Worten „Ein Pilot darf sowieso nur auf Sicht fliegen“ dementieren. Korrekt. Auf Sicht muss jeder Pilot fliegen können und sollte dies auch stets üben. ABER gerade in engen Situationen oder schwer einsehbaren Gegebenheiten ist die Kamerakontrolle von wichtiger Bedeutung. Da reichen oft bereits wenige Meter Flug, um die Vorteile einer festen, in der Nase eingebauten Kamera zu schätzen zu lernen. Beispiel: Filmset in enger Gasse mit Bäumen. Der Abstand zu den Bäumen in Höhe und Entfernung zu den Ästen ist aus 10 Metern Entfernung (vermutlich hinter dem Inspire) einfach NICHT auszumachen. Die Gefahr einer Kollision ist groß. Und gerade bei Film Sets ist die mögliche Position der Piloten sehr eingeschränkt. Denn so berühmt werden sie leider nicht, dass sie ständig ins Bild dürften 😉  Weder ein Kameramann noch ein Pilot hat im Take was zu suchen.  Ein weiteres Beispiel sind Inspektionsflüge an Windrädern, Hochhäusern, Kirchendächern und Co. Wenn der Pilot stets die Entfernung zum Objekt im Blick haben kann – und zwar aus nächster Nähe (FPV) ist das Gold wert. Es sind exaktere Flüge möglich und die Inspektion kann erfolgreich und ohne Kollision mit der Kirchturmspitze vollbracht werden.

Nun ist es aber gar nicht so einfach, dem Inspire noch eine 2. Kamera ins System einzumogeln…. Oder doch ?  Der Drohnendoktor bietet genau dies auf seiner Website an.

Test des Inspire 1 FPV System

Ein autarkes System, dass fast Plug-n-play am Inspire angebracht werden kann. Einzig die Nase wird mit 6 Schrauben getauscht. Denn in der neuen Nase sitzt die Kamera. Manuell Verstellbar. Eins sei vorab gesagt. Das gesamte System wird in Handarbeit und als Einzelanfertigung produziert. Die Bauteile werden nach genauen Vorgaben von Drohnendoktor bei einem 3D Druck Service geordert und dann von einem Dienstleister extern in Handarbeit geschliffen, verklebt und die Elektronik verbaut. Das erklärte auch unsere erste Irritation. Die Bauteile sehen auf den ersten Blick auch nach Handarbeit aus. Was aber nichts Negatives ist. Es war nur vorher nicht bekannt. Aber dazu später noch mehr. Die verbaute Elektronik besteht aus einem ImmersionRC 25mw Videosender, einem LiPo und einer 700TVL CMOS FPV-Kamera von Fatshark. Dazu gibt es eine hochwertige FPV RP-SMA 5.8GHz TX-RX zirkular polarisierte Antenne.  Der verbaute LiPo kommt von Turnigy und ist ein Nano-Tech 950 mah 2s Lipo. Das komplette System ist so gebaut, dass weder Strom noch sonstige Signale vom Inspire 1 gebraucht werden. Einfach aber effektiv und genial gelöst! Die Kunststoffteile können Wahlweise in schwarz oder weiß bestellt werden. Wir haben die schwarze Ausführung mit weißer Nase erhalten. Im FPV Set ist neben dem einfachen Clip für den Videosender und den LiPo noch ein zusätzlicher Akku Wärmehalter optional bestellbar. Perfekt für kalte Winterflüge, wie es zur jetzigen Jahreszeit doch des öfteren vorkommt. Der Wärmehalter wird seitlich über das gesamte Akkufach montiert und schützt so mit einer isolierenden Schicht den LiPo vor der Kälte. Von der Sender- Einheit mitsamt Akku geht nur ein einziges, in Gewebeschlauch eingepacktes Kabel nach vorn zur Nase. Dieses lässt sich unauffällig am Inspire verlegen. Einzig auf den Klappmechanismus der Arme muss kurz aufgepasst werden, damit das Kabel nichts blockiert oder selbst reißt.

Die FPV Box wird am Heck des Inspire1 angeklipst. Hier ist weder Schrauben noch Kleben notwendig. So ist das komplette System binnen 5 Minuten installiert. Wie bereits erwähnt, wurde das gesamte System selbst geplant und als Einzelanfertigung an die Kunden verschickt – es ist schlau durchdacht, die Antenne lässt sich wahlweise nach oben oder unten gerichtet montieren und die gesamte Box sitzt sehr fest. Auch schnelle und hektische Flugmanöver  konnten daran nichts ändern. Ein wenig Vorsicht ist beim an- und abklipsen der Box geboten. Da die Konstruktion aus dem 3D Drucker kommt, überkommt das Gefühl, die Nasen nicht zu weit zu biegen. Wir haben es aber auch mal ruppiger angehen lassen und alle hält. Auf Dauer bin ich mir allerdings nicht sicher, ob die Nasen halten. Daher einfach vorsichtig (de-) montieren. Bei der Verarbeitung ist deutlich zu erkennen, dass es sich um Handarbeit handelt. Schleifspuren und 3D Druck- Spuren sind zu erkennen. Dies hat uns aber nicht weiter gestört. Einzig die Nase hätte ein wenig mehr Detailtreue verdient. Sie sitzt nicht gut. Wer auf Optik und Verarbeitung wert legt, wird bei der Nase enttäuscht. Gerade an der oberen, sichtbaren Naht steht die Nase komplett drüber. Das hätte besser gelöst werden können. Die Kamera + Verstellung hingegen ist wunderbar eingearbeitet und sauber integriert.

dji-inspire-fpv-test-10

Das Set ist mit 399 EUR schon keine günstige Anschaffung für Viele, aber wenn wir die durchdachte Konstruktion und die verbauten Teile sehen, passt es schon. Es ist halt keine Massenware, sondern größtenteils Handarbeit – eben eine Einzelanfertigung in Kleinst-Auflage. Daher bewerten wir den Preis mit einer 3+ , als „in Ordnung“ und gerechtfertigt. Denn wie gesagt, ist die Montage kinderleicht und schnell erledigt.

Die FPV Box samt Kamera und LiPo wiegt insgesamt 126 Gramm. Davon abzuziehen sind 21,2g für die deinstallierte, originale Nase. Mit etwas mehr als 100 Gramm mehr haben wir keinen Unterschied in der Flugzeit messen können. Nach wie vor kommen wir je nach Akku auf ca. 17 – 19 Minuten Flugzeit beim Inspire Pro. Bei einer Außentemperatur von 0 Grad konnten wir auch gleich den Wärmehalter testen. Aber nach fast 10 Akkus kamen wir auf maximal eine Minute längere Flugzeit bei vorgeheizten Akkus.

Im Flug verhält sich das FPV System, wie jedes bekannte FPV System. Es ist analog, hat eine Reichweite von ca. 350 Metern – je nach Umgebung + Auswahl der Boden-Antennen und durch die guten Antennen kaum Bildausfälle oder Störungen. Auf freiem Feld konnten wir die Reichweite fast verdoppeln! Das Bild ist logischerweise kein Vergleich zum Livebild des Inspire, aber als Kontrollbild absolut brauchbar. Als Bodenstation kommt bei uns ein Feelworld 7″ FPV718 mit Diversity und alternativ ein 8″ Hobbyking Monitor mit ImmersionRC DUO V4 Empfänger zum Einsatz. Beide Systeme arbeiten sehr gut und verlässlich. Die kompakte Einheit des Feelworld lässt sich allerdings besser auf einem Sendepult unterbringen, da der Empfänger voll integriert ist.

Lieferumfang und Ausstattung

Im Lieferumfang des Drohnendoktor Inspire 1 FPV Systems sind enthalten:

  • – FPV-Box für Sender- und Senderakku (drehbar)
  • – FPV-Box-Cliphalterung
  • – Spezialnase für den Inspire1 mit Kameradurchlass (Kamera ist neigbar)
  • – 700TVL CMOS FPV-Kamera von Fatshark
  • – Immersion RC 5,8 GHz 25mW Sender
  • – Turnigy nano-tech 950 mah 2s Lipo-Akku
  • – 1 Paar FPV RP-SMA 5.8GHz TX-RX zirkular polarisierte Antennen
  • – Ein Akku-Wärmehalter ist nicht inklusive

Fazit und Preis

Fazit zum FPV System
4.2 Bewertung
PRO
+ Plug n Play
+ Keine Lötarbeiten notwendig
+ Hochwertige Bauteile
KONTRA
- Verarbeitungqualität
- Analoges Bild
- Reichweite geringer als Inspire
Fazit
Das FPV System überzeugt durch durchdachte Konstruktion, kinderleichte Installation und, bis auf die Nase,  sehr gute Passgenauigkeit. Die verbauten Komponenten von ImmersionRC und FatShark sind qualitativ sehr gut. Die Antennen bieten eine sehr gute Reichweite und hohe Ausfallsicherheit des Bildes. Uns hat da System überzeugt. Es bietet eine enorme Verbesserung der Lageerkennung & Gefahreneinschätzung für den Piloten und ist mit etwas über 100 Gramm Mehrgewicht nicht im Flug zu spüren. Der Preis ist angemessen. Wer nicht selber basteln und konstruieren möchte, ist mit dem All in One System perfekt bedient! Für Ästheten wäre allerdings die Verarbeitung der NASE ein Kritikpunkt. Hier kann in einer V2 bestimmt verbessert werden :).
Lieferumfang
Verarbeitung
Preis / Leistung

Angebot: 399,00 Euro (inkl. 19% MwSt. & Versand) und zu kaufen gibt es das System direkt bei Drohnendoktor.de

 


Über Daniel Wolf 231 Artikel
Hi ich bin Daniel. Schön das Ihr da seid! Ohne Euch macht es hier doch nur halb so viel Spaß ;) Kurz zu meiner Person. Ich betreibe das RC-Quadrocopter Magazin nun seit über 3 Jahren und kombiniere meinen JOB mit dem Hobby. Neben der Quadrocopter Fliegerei und dem Magazin bin ich, Autor, Webworker und leite eine Werbeagentur. Ich hoffe, ich biete Euch mit dem Magazin den Stoff, den Ihr gebrauchen könnt. Und falls nein dann unbedingt mitteilen :)

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