Lehrer Schüler Fliegen – so geht´s

Lehrer Schüler fliegen mit dem Multicopter

Ein Multicopter mit feinjustierter Flight Control, fliegt sich nicht nur sehr smooth, er lässt sich auch recht einfach kontrollieren. Wieso also nicht damit fliegen lernen?

Seit jeher nutzen Modellflieger bei der Ausbildung Lehrer-/Schülerbetrieb eines Modells. Dabei hat sowohl der „Schüler“ als auch der „Lehrer“ die Möglichkeit, das Modell zu steuern. Der Lehrer kann per Knopfdruck bestimmen, wer die Kontrolle übernimmt. Bevor ein Unfall passiert, kann so jederzeit der erfahrenen Pilot eingegriffen. Heutzutage ist aber nicht nur ein Wechsel der Kontrolle möglich, auch einzelne Funktionen beziehungsweise Achsen können separat an den Schüler übergeben werden. Auf diese Weise sammelt der Schüler Schritt für Schritt Erfahrungen, und der Lernprozess ist mit weniger Stress verbunden.

Doch macht ein Schulungsbetrieb auch mit Multicoptern Sinn? Und wenn ja wie geht man am besten vor?

 

Findet ein Lehrerschülerbetrieb Berechtigung?

Simulatoren sind kein Novum in der Szene. Es gibt die verschiedensten Preisklassen und Hersteller. In einigen gibt es sogar Multicoptersimulation. Realitätsnahe Simulatoren helfen ebenfalls beim Erlernen des Fliegens. Vorallem, wenn es darum geht, das Umdenken zu erlernen. Was in einem zweidimensionalen System allerdings schwer erlernbar ist, trotz vermeintlicher dreidimensionaler Szenerie ist das Einschätzen von Höhe Geschwindigkeit und Lage. In der Realität hat jeder Multicopter individuelle Flugcharakteristiken. Dazu gehört auch die Silhouette, die bei der Lageerkennung eine große Rolle spielt.

Wer also nachdem er mit dem Simulator erste Erfahrungen gesammelt hat, den teuer erworbenen Multicopter in der Realität ausprobieren möchte, tut gut daran, sich dabei von einem erfahrenen Piloten begleiten zu lassen.

Auch wenn es darum geht, Interessierten den Multicopter näher zu bringen, ist der Lehrer-/Schülerbetrieb hilfreich.

Natürlich lassen sich Ready to Fly-Systeme wie etwa die Phantom-Serie von DJI sehr einfach steuern, trotzdem ist es aus Sicherheitsgründen wichtig, dass der Multicopter auch ohne GPS-Mode und Neigungswinkelbeschränkung beherrscht wird.

 

Noch ein Vorteil für Einsteiger: Beim Lehrer-/Schülerfliegen haftet der „Lehrer“ im Schadensfall.

Hardware

Drahtlose Systeme, wie zum Beispiel von Multiplex oder Spektrum angeboten, erhöhen den Komfort ungemein. Ein Kabel kann schnell mal beim Laufen übersehen werden. Ich zum Beispiel verwende den Lehrerschülerstick von Multiplex. Dieser wird wie ein normaler Empfänger an die Schülersteuerung gebunden und dann in die Multifunktionsbuchse des Lehrersenders gesteckt. Bei anderen Systemen ist diese Hardware teilweise integriert.

 

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Der Lehrersender ist an den Empfänger des Multicopters gebunden. Das Sendemodul der Lehrerfernsteuerung sendet also entweder die Befehle des Schülersenders oder die eigenen zum Copter. Welches Signal gesendet wird, kann binnen Sekundenbruchteilen per Druckknopf entschieden werden. Praktischerweise wird der Schalter so gewählt, dass die Finger an den Knüppeln bleiben können und man gleichzeitig das Modell immer im Auge hat. Der Lehrerschülerstick kostet den Bruchteil eines Multicopters und rechnet sich somit schnell. Die Anschaffung lohnt sich vor allem auch innerhalb eines Vereins oder einer Interessengemeinschaft.

Und so wird’s gemacht

Der Kern des Multicopters fliegens, liegt im Umdenken und der Lageerkennung. Damit der Schüler das Umdenken konzentriert erlernen kann, bietet es sich an, dass der Lehrer die Höhenregelung (Pitch) übernimmt. Wer zusätzlich noch unterstützen will, übernimmt außerdem noch die Rollachse. Sind die Neigungswinkel begrenzt, kann kaum noch etwas passieren. Als erste Übung dient der einfache Vorwärtsfliegen, eine 180 Grad Kurve und frontales Zurückfliegen. Sobald Anfänger dieses Manöver beherrschen, kann die selbe Übung parallel zu den Piloten durchgeführt werden. Klappen beide Manöver, kann in den Kurven Rollachse und die Höhensteuerung hinzugenommen werden. Einfache Rundflüge sollten zunächst unter fachmännischer Anleitung stattfinden. Zum Beispiel Sinkflüge mit zusätzlicher horizontal Bewegung, um einen Downwash zu vermeiden, schnelle Richtungswechsel unter Einsatz einer Roll- und Drehbewegung um die Hochachse. Sowie Abfangmanöver nach schnellen Flugpassagen, lassen sich mit einem erprobten Piloten als Sicherheit in der Hinterhand einfach erlernen. Wird der Copter beim normalen Rundflug beherrscht, gelingen auch aufwändige Kamerafahrten viel einfacher. Das Fliegen des Multicopters wird allgemein präziser und vielfältiger, wenn man nicht gezwungen ist, GPS-Hold oder ähnliche Flug unterstützende Modi zu verwenden.

multiplex-cockpit

Fazit

Ich habe persönlich nur gute Erfahrungen mit dem Schulen von Neulingen und Wiedereinsteigern gemacht. So ist es auch Flugtechnik Fremden möglich, das sichere Fliegen eines Multicopters zu erlernen. Da ein einfacher Zweitsender ausreicht, halten sich die Investitionen in Grenzen und rechnen sich möglicherweise schnell. Ein sicherer Umgang mit Multicoptern sollte im Interesse aller stehen. Ein Einstieg über eine fachmännische Schulung durch erfahrene Piloten, gewährleistet dies, und damit auch den Ruf unseres geliebten Hobbys.

 


Über Sebastian Haas 7 Artikel
Von Kindesbeinen an zogen Luftfahrzeuge und technische Wunder meine ungeteilte Aufmerksamkeit auf sich. Von der Flächen-Fiegerei über die Fotografie geleitet kam ich zum Trend Multicopter. Die unzähligen Möglichkeiten dieses Themenkomplexes faszinieren mich jedes Mal aufs Neue.

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